Psyche und Rosacea

Psyche und Rosacea

Wie jede andere (Haut-)Erkrankung wirkt sich auch die Rosacea stark auf die Psyche aus. Allein die Vorstellung, an einer chronischen Krankheit zu leiden, kann große Angst machen. Vor allem wenn man im Internet nach Bilder sucht und in stetiger Sorge um eine mögliche Verschlechterung der Symptome lebt.
Auch von Seiten der Hautärzte ist leider nicht immer Unterstützung zu erwarten - auch, wenn es natürlich lobenswerte Ausnahmen gibt. Oft höre ich von Betroffenen, die berichten, wie ihr Dermatologe der psychischen, stark belastenden Komponente dieser Hautkrankheit eher hilflos gegenüber steht. Sätze wie "Da kann man nichts machen", "Das sind doch nur ein paar Rötungen. Es gibt Schlimmeres" oder "Das bleibt Ihnen ein Leben lang erhalten", wirken wenig einfühlsam motivierend und versetzen den Betroffenen eher in Angst und Schrecken, als dass sie Hoffnung vermitteln. Dabei wäre gerade das von Nöten!

Neben der scheinbaren Willkürlichkeit der Krankheit sowie den Gefühlen eines Ausgeliefertseins und eines Kontrollverlustes, kann auch die Angst vor dem oft schambesetzten Erröten auf Manchen belastend wirken.  
Unsichtbare Symptome, aber zermürbende Symptome, wie Stechen und Juckreiz steigern die Krankheitsbelastung für viele Betroffene zusätzlich, machen sie das empfundene Leid nach außen hin doch noch weniger nachvollziehbar.

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Die scheinbare Willkürlichkeit und die Angst vor einem neuen Schub - das kann ich dir jetzt schon sagen - reduzieren sich deutlich, wenn man um die Trigger der Rosacea weiß und man plötzlich das Muster hinter dem Auftreten der Symptome erkennt. Eine erprobte, reizarme Pflegeroutine und eine rosaceafreundliche Ernährung bieten dabei den sicheren Hafen, in den du bei einem Schub immer wieder zurück kehren kannst und der dir Linderung verschaffen kann.

🙇‍♀️ Kräftezehrende Hautkrankheit  🙇‍♀️

Aus Scham, oder weil sie denken, dass sie nicht verstanden werden, trauen sich viele  Betroffene nicht, mit Freunden, Angehörigen oder auch Dermatologen über ihre Sorgen zu sprechen, was das Problem langfristig verschlimmert. Auch die soziale Isolation, in die sich manche Betroffene freiwillig begeben ("So kann ich mich niemandem zeigen"), verschärft das Problem, da es den Fokus noch mehr auf die Krankheit richtet. Der Kreislauf aus unendlichen Stunden vor dem Spiegel, der Suche im Internet nach Hilfe oder den (wenig hilfreichen) Krankheits-Bildern anderer Betroffener sowie ein Strudel aus Panik, selbstzerstörerischen, depressiven Gedanken und Verzweiflung, zehrt an den Kräften und trägt zu einem hohen Stress-Level bei.

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Stress kann die Rosacea verschlechtern und ist für viele der Haupttrigger für Schübe.

Wie stark die Krankheitsbelastung vieler Rosacea-Betroffenen ist, bestätigt unter anderem die weltweite Umfrage aus 2020 „Beyond the visible: rosacea and psoriasis of the face“.  Mehr als 600 Patienten und 316 Hautärzte nahmen an der Studie in sechs Ländern (Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Polen und USA) teil. Bereits 2018 deckte der erste Beyond-the-visible-Bericht einige Fakten zur Krankheitsbelastung bei Rosacea auf. Die ausführlichen Berichte 2018 und 2020 sind hier einsehbar.

2020 sagten fast 90 % aller Befragten mit Rosacea, dass sie das Gefühl hätten, ihre Erkrankung teilweise oder gänzlich nicht unter Kontrolle zu haben.
Gerade dieser Punkt ist meiner Erfahrung nach ein sehr entscheidender Faktor, wenn es um die erlebte Hilflosigkeit und damit auch Ohnmacht gegenüber der Rosacea geht.
Folglich äußerte schon in 2018 jeder Dritte mit Rosacea, dass er an Selbstvertrauen verloren habe. Zudem fühlte sich jeder Zehnte entmutigt oder niedergeschlagen. Diese Ergebnisse bestätigte auch die Umfrage aus 2020: Hier berichten die Rosacea-Patienten von einem geringen Selbstwertgefühl. Jeder zweite Betroffene berichtete über mäßige bis schwere Depressionen. An moderater bis schwerer Angst leiden nach eigenen Angaben über ein Drittel der Rosacea-Patienten. 70% sind zudem beunruhigt, dass ihr Umfeld die Hauterkrankung im Gesicht bemerken könnte. Über eine Assoziation zwischen Rosacea und Ängsten sowie Depressionen berichtet auch diese Studie.

Laut einer Online-Umfrage aus 2021 fühlen sich knapp über die Hälfte der Teilnehmer aufgrund ihrer Rosacea stigmatisiert. Über die Hälfte gab an, schon eimal zu hören bekommen zu haben, dass „Rosacea keine ernste Hauterkrankung ist“.

Bei allem Leid sprechen nur wenige Rosacea-Betroffene (21%) mit ihrem Dermatologen über ihre Sorgen. (Online-Umfrage im September 2021 von faceuptorosacea.com und stelldichdeinerrosacea.de). Dabei ist es wichtig, einen Dermatologen zu finden, dem man vertraut und der einem zuhört.

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Gerade in psychisch belastenden Phasen greifen Betroffene oftmals in Panik zu Produkten, wie einer neuen, angeblich beruhigenden Creme-Maske, die aber nicht unbedingt helfen, sondern eher das Potenzial haben, die Krankheitssymptome zu verschlimmern und einen Schub auszulösen. Gleiches gilt fürs Frustessen, bei dem beispielsweise die Schokoladen-Vorräte (Trigger!) geplündert werden.

👹 Aus dem Teufelskreis ausbrechen 👹

All die Verzweiflung und Panik, die Angst vor dem Blick in den Spiegel, das obsessive Beschäftigen mit der Haut, Phasen der Depression, Angst, sozialer Rückzug... Gedanken wie "Warum haben andere eine so schöne Haut und ich nicht?" , "Womit habe ich das verdient?" oder "Ich fühle mich nicht mehr schön" -Ein wichtiger Schritt ist, dass du aus dem Teufelskreis der konstanten Beschäftigung mit deiner Haut und dem Leid, das damit zusammen hängt, austrittst. Das ist nicht einfach, auch weil es oft sind tiefer liegende Gründe sind, die dazu beitragen, dass die Rosacea-Symptome in solch starker Weise auf das Wohlbefinden der einzelnen Betroffenen einwirken.
Vereinfacht gesagt: Die meisten Betroffenen leiden wohl unter Symptomen wie Jucken, Brennen, Pusteln und Co. Aber bei Manchen nimmt das Leid Ausmaße an, die darüber hinaus gehen. Die Beschäftigung mit der Haut nimmt dann eine übergroße Rolle in ihrem Leben ein, die Gedanken kreisen nur noch um das eine Thema, es werden Stunden vor dem Spiegel verbracht und ein soziales Leben findet nur noch eingeschränkt statt.

Auch, wenn es momentan nicht vorstellbar für dich sein mag, aber langfristig ist es für dich (und deine Haut) unerlässlich, den Fokus weg von deiner Haut und zurück auf dein ganzheitliches Wohlbefinden zu holen. Auch, wenn es sich zunächst falsch anfühlen mag, dich nicht mehr unablässig und in ungesunder Weise mit deiner Haut zu beschäftigen. Denn - so sind wir gestrickt - wir denken, dass diese konstante Beschäftigung damit uns einer Lösung näher bringt. Das ist falsch: Die stete (destruktive) Beschäftigung mit deiner Haut keinen einzigen Schritt näher zu deinem Ziel. Sie führt dich eher davon weg, weil sie dich in einen konstanten Zustand des Stresses versetzt. Und der ist kontraproduktiv für dich und deine Haut.
Mach dir bitte keinen Stress darüber, dass du keinen Stress haben solltest. Geh das Ganze mit einer sehr sehr sehr großen Portion Selbstliebe und Mitgefühl an.

Nicht, dass du ab sofort dein Gesicht nur noch mit Kernseife waschen und alle auftretenden Entzündungssymptome mit einem "Halleluja" feiern sollst. Ich spreche davon, dich bewusst dafür zu entscheiden, das Obsessive, Destruktive beiseite zu stellen, den Perfektionismus zu beerdigen und eine neue Herangehensweise an deine Rosacea auszutesten. Eine, die einerseits ganz nüchtern und praktisch das umfasst, was man tun kann, um mit dieser Krankheit umzugehen (Dermatologe, rosaceafreundliche Ernährung und Pflege), andererseits aber auch Rücksicht auf dich als ganze Person und all dein empfundenes Leid nimmt. Mach dir klar: Du bist mehr als deine Haut und musst deshalb auch auf anderen Ebenen heilen.

Wie das aussieht, kann individuell ganz verschieden sein: Es gibt kein richtig oder falsch. Für manchen kann es die Suche nach einem Psychotherapeuten sein (ich kann dir Körpertherapeuten empfehlen, die die Probleme der obsessiven Beschäftigung mit dem Körper sehr gut kennen), für andere kann es Meditation, Yoga oder auch ein generelles Nachsinnen sein, ob es im Alltag Dinge gibt, die eigentlich schon lange nicht mehr so sind, dass sie zum Wohlbefinden beitragen.

☝️ Verzweifle nicht! ☝️

Auch, wenn die Rosacea nach heutigem Stand der Wissenschaft nicht heilbar ist und ein Schub kann immer wieder ausbrechen kann, so ist sie doch durch Medikamente und/oder eine angepasste Pflege und Ernährung so gut behandelbar, dass auch du die Chance hast, erscheinungsfrei zu werden. Hab also Vertrauen!

Was du dabei am allermeisten brauchst: Geduld mit deiner Haut und mit dir selbst. Kämpfe nicht gegen dich, sondern für dich! Du kannst stolz darauf sein, dass du dich überhaupt auf den Weg machen möchtest, etwas an deiner Situation zu ändern. Egal, ob damit deine Symptome gemeint sind, die du lindern willst, oder die verschiedensten Formen der Belastung, die die Rosacea mit sich bringt.

Wenn man versucht, Krankheiten eher ganzheitlich zu sehen - und ich bin nicht die Erste, die das versucht hat - dann kommt man schnell an den Punkt, an dem die Frage auftaucht, was dir deine Symptome, bzw. was dir deine Rosacea sagen will. Denn das Leid, das du darüber empfindest, zeigt dir eindeutig, dass es dich an einer Stelle berührt, an der du verletzlich bist.
Klar: Niemand mag es, die unangenehmen Symptome, die diese oder auch andere Hautkrankheiten mich sich bringen, im Gesicht zu haben und täglich beim Blick in den Spiegel daran erinnert zu werden. Aber dennoch trifft die Rosacea jeden anders. Und jede/r hat eine andere Art von Chance, etwas aufgezeigt zu bekommen, zu dem er oder sie sonst keinen Zugriff hat. Was das genau bei dir ist, weißt nur du selbst... ein Perfektionswahn, der Wunsch, alles zu kontrollieren, der Gedanke, nichts falsch machen zu dürfen und nur in perfektem Zustand ins Leben treten zu können, nur glücklich sein zu können, wenn du so und so aussiehst...

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In der Verletzlichkeit, die das oft empfundene große Leid mit sich bringt, sind wir auch offen und besonders zugänglich für Dinge, die uns sonst verborgen sind. Ich spreche hier von anderen, alternativen Denkweisen, die möglicherweise alte, destruktive ersetzen und die uns nicht nur in Bezug auf die Rosacea behindern.

Sei ehrlich: Fühlt es sich nicht unglaublich "falsch" an, dass du dein Glück und deine Zufriedenheit über etwas so Spezielles wie die Haut definierst? Etwas, wofür du nicht einmal etwas kannst? Etwas, was nur einen sehr sehr kleinen Bruchteil deines Selbst ausmacht?

Sein Glück von einer einzigen Sache abhängig zu machen, führt (fast immer) ins Leid. Denn irgendwann kommt ganz sicher der Punkt, wo etwas nicht mehr so ist, wie du es dir vorstellst. Wir fangen also besser jetzt damit an, zu lernen, uns unabhängig von äußeren Umständen zu machen!

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Viele von uns versuchen, dieses Problem der Rosacea - wie vieles andere auch - mit dem Verstand zu lösen. Dabei ist es oft eher die Verbindung zum Körper, die wieder gestärkt werden muss. Weg von zu vielen Gedanken, hin zum Reinspüren in den Körper und das Erleben deiner Selbst als sicheren Hafen. 

🥰 Mitgefühl mit dir selbst 🥰

Stärke dir also selbst den Rücken, habe Mitgefühl mit dir selbst, sei stolz darauf, dass du schon (mehr oder weniger) lange mit den belastenden Symptomen lebst, oft ohne, dass dein/e Partner/in oder Freunde nachvollziehen können (kein Vorwurf!), was du durchmachst.

Es ist wichtig, dass du dir das alles sagen kannst, ohne im Hinterkopf zu denken: "Ja, ich bin stark und ich will ja auch zufrieden sein, aber ich will auch dass meine Haut wieder schön ist!" Ja, das wünsche ich mir auch für dich und daran arbeiten wir hier gemeinsam auf meiner Webseite. ABER jetzt geht es erstmal nur darum, dass du verstehst, dass Glück und Zufriedenheit immer in dir vorhanden sind, auch, wenn wir manchmal meinen, das wir keinen Zugriff darauf haben. Du hast die Wahl, ob und wie stark du dich darauf fokussierst, Glück und Zufriedenheit über die Haut zu erreichen.

Wie flüchtig, vergänglich und sprunghaft Gedanken, wie "Ich hasse meine Haut" sind, können wir erfahren, wenn wir meditieren oder einfach bewusst für eine Weile tief ein- und ausatmen. Die Gedanken lassen wir dann einfach an uns vorüber ziehen, statt uns wie wild an ihnen festzukrallen. Dann merken wir, dass die Angst und die Verzweiflung, die wir empfinden, uns nicht definieren - auch, wenn sie sonst überpräsent sind und es so scheint, als ob sie an der Übermacht sind.

Wie deine Art des hilfreichen Umgangs mit schwierigen Gefühlen aussieht, kann sich von den oben genannten Tipps unterscheiden. Jede/r ist anders! Ob es der Schritt ist, den du das nächste Mal vom Spiegel zurück trittst, um dich selbst vor einer destruktiven, zu genauen Untersuchung deiner Haut zu schützen oder der Spaziergang in der Natur,... Du bestimmst, was dir hilft!

📃 Liste mit Tipps 📃

Hier nun eine Liste mit Dingen, die du tun kannst, um mit der psychischen Belastung, die die Rosacea mit sich bringt, besser klar zu kommen:

  • Wenn du das Gefühl hast, professionelle Hilfe zu benötigen, schau dich nach einem Psychologen um. Ob Tiefen-, Verhaltens- oder andere Therapiearten, ob Psychologe oder Heilpraktiker für Psychotherapie – es zählt das, was dir hilft und mit was du dich wohl fühlst! Es gibt inzwischen auch das Angebot einer Online-Psychotherapie, die teilweise von Krankenkassen unterstützt wird. Google doch einfach mal danach! Ich kann dir wie schon oben geschrieben, Körpertherapeuten empfehlen, die sich mit Störungen rund um das Körperbild auskennen.
  • Auch ein Gespräch mit der Telefonseelsorge kann akute Nöte lindern.
  • Manchen hilft eine Selbsthilfegruppe. Auch auf Facebook gibt es solche Gruppen. Aber achte darauf, dass es dabei nicht nur um einen Austausch von Leid und Sorgen oder das Vergleichen von Hautzuständen geht. Das kann dich noch mehr runter ziehen.
  • Informiere dich über die psychische Belastung, die eine Rosacea mit sich bringt. Das kann das Gefühl reduzieren, allein mit dieser chronisch-entzündlichen Hauterkrankung zu sein. Ich finde diese Broschüre hilfreich.
  • Wenn du in Panik und Angst vor dem Spiegel stehst oder generell negative Emotionen hast, probiere bilaterale Stimulation aus. Das geht zum einen mit Musik (am besten mit Kopfhörern) oder mit der Klopftechnik (z.B. "Butterfly-Hug").
  • Öffne dich gegenüber Familie und Freunden. Das hilft, die Krankheit zu entstigmatisieren und entlastet dich.
  • Suche dir einen guten Dermatologen, der dich versteht und mit dem du eine Behandlung beginnen möchtest.
  • Selbstfürsorge kann auch so aussehen, dass du deinen Social-Media-Konsum einschränkst. Vielen tut der Vergleich mit den (oft gefilterten) perfekt inszenierten Fotos auf Plattformen wie Instagram und Co nicht gut.
  • Andererseits gibt es viele Betroffene auch anderer Hautkrankheiten, die uns inspirieren können, besser damit umzugehen und unser Selbstbild zu überdenken. Auf Instagram sind das zum Beispiel @its_just_acne oder @haut.gefluester oder theblemishqueen ... nur ein paar von tausenden Accounts, die Hautkrankheiten enttabuisieren und auf Realität statt Filter setzen.
  • Lebe aus deinem Inneren heraus und nicht durch deine Haut!
  • Wenn du zwanghaft vor dem Spiegel stehst und deine Haut stundenlang inspizierst, um dann immer deprimierter zu werden: Befrei dich aus diesem ungesunden Kreislauf und mach etwas anderes: Aufräumen, Zeitung lesen, einen Film ansehen. Egal was! Tu, was dir gut tut und deine Gedanken ruhen lässt.
  • Auch wenn es esoterisch klingen mag: Starke Gefühle (wie Angst und Verzweiflung) können ebenso starke Möglichkeiten mit sich bringen, Überzeugungen, die sonst tief in uns verborgen liegen, ans Tageslicht zu bringen und zu bearbeiten.
  • Wenn du stark im Leid feststeckst: Erkenne es an! Nimm es wahr. Es ist absolut okay, dass du traurig, wütend, was auch immer bist. Erkenne es voller Mitgefühl für dich selbst an, lass es zu.
  • Setze dich bewusst vor den Spiegel und sieh dir genau die Gedanken an, die aufkommen, zum Beispiel "Ich will nicht so aussehen!". Blicke auf diesen Gedanken, wie auf ein Objekt, eine Wolke, die du nach kurzer Betrachtung weiter ziehen lässt. Verfahre so mit allen Gedanken, die aufkommen. So lernst du, nicht zu deinen Gedanken Bezug zu nehmen.
  • Übe Mitgefühl mit dir selbst und führe keinen Kampf gegen dich und deine Haut.
  • Weite deinen Blick. Erlaube dir mehr zu sehen, als nur die Symptome in deinem Gesicht.
  • Vergleiche dich nicht mit anderen. Das ist nicht nur sinnlos, sondern auch destruktiv. Nur weil jemand eine perfekte Haut hat, macht ihn das nicht zu einem glücklicheren Menschen.
  • Erinnere dich an Momente der Zufriedenheit. Hatte deine Haut irgendetwas mit dem in diesem Moment verspürten Glück zu tun? Selbst wenn die Antwort "ja" sein sollte: Wie lange hielt dieses Glück an? Perfektion im Äußeren zu suchen wird dir nie längerfristige Zufriedenheit schenken. Setz dich hin und nimm dir einen Moment um zu überlegen, was dir Zufriedenheit schenken kann, die länger als einen Moment verweilt.
  • Mach dir klar, dass du dich nicht immer gut fühlen musst. Es ist ok, wenn es Tage gibt, an denen du traurig bist, das Gefühl hast, keine Kontrolle zu haben und dich kraftlos fühlst. Versuche nicht, diese Gefühle wegzudrängen. So verfestigen sie sich nur.
  • Mach dir klar: Egal, ob du dich eine halbe Stunde lang vor den Spiegel setzt und deine Haut voller Angst und lähmender Traurigkeit inspizierst oder ob du dich dafür entscheidest, die nicht in diesen belastenden Gedanken-Kreislauf zu begeben: Deine Haut wird sich jetzt im Moment nicht ändern. Viel sinnvoller ist es also, selbstschädigende Verhaltensweisen - wie das lange vorm Spiegel verharren - einfach sein zu lassen und auf längerfristige, die Rosacea verbessernde Maßnahmen zu setzen.
  • Wenn du glückliche Momente erlebst und es schaffst, die Achtsamkeit dafür zu entwickeln, in genau so einem Moment inne zu halten, frage dich: "Hat meine Haut gerade irgendetwas mit dem epfundenen Glück zu tun?" Die Antwort wird in 99,9% aller Fälle ein "Nein" sein.
  • Selbstliebe und -akzeptanz zu üben, kann auch bedeuten, deinem Spiegel für eine Weile keine Beachtung zu schenken, wenn du gerade eine Phase durchlebst, in der du mit der Rosacea gar nicht klar kommst - gerade, wenn du eher dazu neigst, Stunden vor dem Spiegel zu stehen und jeden Millimenter deiner Haut zu untersuchen. Tritt also aus Selbstliebe einen Schritt vom Spiegel zurück.
  • Auch, wenn wir uns in Gedanken meist damit beschäftigen, was andere über uns denken, wenn sie uns "so sehen", geht es meistens eigentlich nur darum, dass wir nicht damit klar kommen, wie wir uns selbst sehen. "Die anderen" sind nur eine Erweiterung unserer eigenen Gedanken.
  • Verabschiede dich vom "Alles-oder-nichts-Denken". Wenn du eine Zeit lang nicht gut zu dir selbst warst oder dich nicht gerade rosaceafreundlich ernährt oder gepflegt hast, ist das kein Grund, gleich alles aufzugeben. Bleibe ruhig und mach einfach dort weiter, wo du aufgehört hast. Akzeptiere, dass es ganz normal es, Höhen und Tiefen zu erleben! Es muss nicht alles perfekt sein.
  • Führe ein Tagebuch, in das du deine Gefühle notierst und schreibe dir auf, wofür du dankbar bist. Das Schreiben kann unglaublich therapeutisch wirken.
  • Frag dich, noch vor dem ersten morgendlichen Blick in den Spiegel, wie du dich fühlst und mach deine Stimmung nicht davon abhängig, was du im Spiegel siehst. Übung macht den Meister!
  • Eine Hautkrankheit wie die Rosacea kann sehr belastend sein, weshalb du dir immer wieder Raum für dich selbst schaffen solltest, um dir die Möglichkeit zu geben, in einem geschützten Rahmen wieder zu dir zu finden, Kräfte zu tanken und Dinge zu tun, die dir gut tun. Siehe diese Zeit als wichtiges Refugium für dich und deine Gesundheit an. Das ist wichtig, gerade, wenn du eigentlich denkst, du musst jetzt stark sein und durchhalten.
  • Klebe dir Zettel an den Spiegel, die dich in deinen Vorhaben bekräftigen.
  • Mache sanften Sport und gehe spazieren. Das lässt die Gedanken sinken und stärkt die positive Verbindung zu deinem Körper.
  • Streichle dein Haustier, wenn vorhanden 🐶 🐰 🐱
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Du hast einen Tipp, der dir geholfen hat und sich nicht auf der Liste befindet? Schreib mir und helfe so auch anderen, besser mit der Rosacea umzugehen.

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Achtung vor Präparaten mit Johanniskraut. Sie können die Lichtempfindlichkeit erhöhen und damit eventuell die Rosacea verschlechtern.
Achtung auch bei ätherischen Ölen: Viele Rosacea-Betroffene reagieren auf starke Gerüche.

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Jede App ist nur so gut, wie die Regelmäßigkeit, in der sie angewendet wird. 😉

Meditiere täglich. Wenn du dabei Hilfe benötigst, kann dich beispielsweise die App Headspace dabei unterstützen.

Achte auf deinen Atem. Wenn wir gestresst sind, atmest du kürzer und flacher. Mache tiefe und lange Atemzüge. Das beruhigt den Geist. Wenn du ein iPhone hast, kann ich dir die Bioresonanz-App "VaYou" aufs Wärmste empfehlen, um zu lernen, ruhig und tief zu atmen.
"Breath Ball" heißt eine Atem-App, die auch für Android-Handys verfügbar ist.

Binaurale Beats entstehen als Sinneseindruck, wenn auf jedem Ohr ein separater Ton mit leicht abweichender Frequenz abgespielt wird. Im Gehirn entsteht dann ein neuer Ton, dessen Frequenz etwa im Mittelwert der beiden Anfangstöne liegt. Je nachdem welche Töne man abspielt (Kopfhörer sind hier Pflicht) sollen Gehirnwellen stimuliert werden, um Entspannung, Schlaf, Meditation oder Konzentration zu fördern. Auch hierzu werden Apps angeboten. Such doch mal in deinem App-Store und schau, welche App dich am meisten anspricht.

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