Rosacea Behandlung

Rosacea Behandlung

Du hast Rosacea und fragst dich, wie du diese chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die bislang als nicht heilbar gilt, am besten behandeln kannst?

👉 Zwei Arten der Rosacea-Behandlung 👈

  • Wenn man von einer Rosacea Behandlung spricht, meint man damit meist die schulmedizinische Therapie. Die potenten Mittel, die dem Dermatologen zur Verfügung stehen, reichen von Cremes über Tabletten bis hin zu Verfahren wie Laser oder IPL. Dazu weiter unten mehr.

    Je nach Erscheinungsbild deiner Rosacea, man spricht auch vom Phänotypen, wird dir der Dermatologe eine entsprechende Behandlung verordnen.
    Konkret wird der Dermatologe also ansehen, welche Symptome vorherrschen (alleine oder in Kombination) und danach die Therapie verordnen.

    Besonders wichtig ist der Arztbesuch bei einer schwereren Form der Rosacea oder wenn die Augen in Mitleidenschaft gezogen sind. Letzteres kann im schlimmsten Fall zu bleibende Schäden führen.
  • ‚Jedoch sind auch die Ansätze der Selbsthilfe, die unter anderem die rosaceafreundliche Ernährung und Pflege umfassen, äußerst wirksam und können die die Therapie beim Hautarzt optimal ergänzen, den Behandlungserfolg erhöhen und so zu einer längeren sowie langfristigen Minderung der Symptome beitragen.
    Welche Möglichkeiten dir meine Methode bietet, habe ich in meinen Büchern zusammengefasst.
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Egal ob Schulmedizin oder Selbsthilfe: Alle Bemühungen zielen darauf ab, Symptome zu verringern, ein Fortschreiten der Hauterkrankung zu verhindern und die Lebensqualität zu erhöhen. Da die Ursache der Rosacea noch nicht geklärt ist, sind alle Behandlungen rein symptomatisch.

Ich möchte an dieser Stelle noch einmal klar sagen: Ich empfehle den Besuch beim Dermatologen und freue mich für jeden, der die schulmedizinische Therapie in Anspruch nimmt und durch sie eine Verbesserung der Rosacea erfährt. Denn das ist nicht selbstverständlich. Meine Rosacea sprach auf keine dermatologische Creme an, weswegen ich überhaupt erst damit begann, zu den Möglichkeiten der Selbsthilfe zu recherchieren.
Deshalb ist es mir auch ein besonderes Anliegen, all jene zu unterstützen, die schlecht auf die gängigen schulmedizinischen Therapieoptionen ansprechen und/oder die Einnahme von schwereren Medikamenten, die oft als letzte Option bei therapieresistenten Formen der Rosacea gegeben werden, wie Isotretinoin scheuen.

🤗 Selbsthilfe und Schulmedizin - kein Widerspruch 🤗

Ich glaube zudem, dass eine dermatologische Therapie alleine - also ohne eine Anpassung von Pflege, Ernährung und Co. - nur selten die angestrebte, langfristige Erscheinungsfreiheit mit sich bringen wird. Wer sich darauf verlässt, dass ihn eine Creme oder Tablette davon befreit, auf seine persönlichen Trigger zu achten und diese zu reduzieren, der bewegt sich auf dünnem Eis. Aber natürlich gibt es auch solche Betroffene, bei denen eine Creme vom Hautarzt ausreicht.

Aus meiner Erfahrung weiß ich, dass begleitende Selbsthilfe-Maßnahmen den Ausschlag geben können, um (oft in Verbindung mit einer Creme) eine deutliche Verbesserung der Symptome zu erreichen.

Man sollte sich klar machen: Auch, wenn in vielen Köpfen noch die Annahme vorherrscht, dass es sich bei der Rosacea nur um ein paar unangenehme Rötungen und Pusteln (also ein eher optisches Problem) handelt, so ist es doch eine "richtige" Krankheit, die oft mit psychischen Belastungen einhergeht entsprechend behandelt werden muss. Deshalb sollte man, ähnlich wie man es zum Beispiel auch bei anderen Erkrankungen, wie beispielsweise einer schmerzhaften Arthritis, tun würde, neben dem Besuch eines Arztes auch gewisse Änderungen im Lebensalltag vornehmen, um das Fortschreiten zu verhindern und die Lebensqualität zu verbessern.

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Kein Widerspruch: Im Optimalfall ergänzen sich Selbsthilfe und die schulmedizinische Therapie.

🧴 Medizinische Cremes bei Rosacea 🧴

Im Folgenden erfährst du mehr über die Möglichkeiten der sogenannten topischen (Cremes und Co.) Behandlung der Rosacea. Alle erwähnten Produkte sind verschreibungspflichtig. Du erhältst sie bei deinem Dermatologen.

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Wichtig vorab: Die meisten Cremes (außer Brimonidin) wirken präventiv und müssen deshalb vorbeugend angewendet werden.
Sie werden dünn(!) auf die betroffenen Stellen aufgetragen.
Ob du eine Creme oder ein Gel (wenn vorhanden) verschrieben bekommst, hängt von deinem Hautzustand (trocken, fettig...) ab.
Tritt auch nach drei bis vier Monaten der Therapie kein Erfolg ein, kann in Absprache mit dem Arzt eine andere Behandlungsform, z.B. in Form von Tabletten, versucht werden.
  • Topisch: u.a. Metrocreme, -lotion und -gel, Rosiced, MetroGALEN oder Rozex mit meist 0,75% des Wirkstoffes Metronidazol.
    Wird verschrieben bei: Rosacea mit (Rötungen und) Pusteln
    Anwendung: 2x täglich
    Wirkeintritt: Nach etwa vier bis sechs Wochen
    Wie lang kann es angewendet werden: Absprache mit dem Dermatologen
    Info: Die Behandlung mit Metronidazol war die erste Creme, die den Rosacea-Patienten in Deutschland zur Verfügung stand und soll auch heute noch der am häufigsten verordnete Wirkstoff sein. Es ist entsprechend gut erforscht.
    Wie genau Metronidazol auf die Rosacea wirkt, ist noch nicht ganz aufgeklärt. Auch, wenn der Wirkstoff ein Antibiotikum ist, wirkt es in den für die Rosacea zugelassenen Cremes nicht antibiotisch, sondern entzündungshemmend sowie antioxidativ. Er hemmt die Stoffwechselwege, die zu den charakteristischen Schädigungen des Stützkorsetts des Hautgewebes (Elastins und Kollagen) führen. Diese Wirkung wurde in mehreren doppelblinden, placebokontrollierten Studien nachgewiesen. Vergleichsstudien legen nahe, dass Metronidazol ebenso wirksam wie Azelainsäure ist.
    Metronidazol gilt als besonders gut hautverträglich. Eine resistenzbildung scheint nicht einzutreten. Quelle
    Soolantra (mit dem Wirkstoff Ivermectin) scheint Metronidazol in der Behandlung der Rosacea mit Pusteln überlegen zu sein.
  • Topisch: Skinoren mit 15% des Wirkstoffes Azelainsäure als Creme/Gel.
    Wird verschrieben bei: Rosacea mit (Rötungen und) Pusteln
    Anwendung: 2x täglich
    Wirkeintritt: Nach vier bis acht Wochen
    Wie lang kann es angewendet werden: Je nach Behandlungsergebnis kann Skinoren über mehrere Monate angewendet werden. (Absprache mit dem Dermatologen)
    Info: Azelainsäure, die topisch nicht nur bei Rosacea, sondern auch bei Akne verschrieben wird, wirkt antientzündlich, antioxidativ und antimikrobiell. Zudem wirkt sie sich positiv auf eine übermäßige Verhornung aus.
    Auch dieser Wirkstoff ist gut untersucht. Entzündliche Läsionen (Pusteln) wurden deutlich verbessert.
    Bei der Verwendung eines Gels mit Azelainsäure kann es zu unerwünschten Erscheinungen wie einem Brennen, Stechen und Juckreiz der behandelten Stellen kommen. Die meisten dieser Reaktionen sind jedoch von vorübergehender Natur.
  • Topisch: Soolantra mit dem Wirksoff Ivermectin als Creme.
    Wird verschrieben bei: Rosacea mit (Rötungen und) Pusteln
    Anwendung: 1x täglich
    Wirkeintritt: Ab etwa 2 Wochen
    Wie lang kann es angewendet werden: Bis zu 12 Monate (Absprache mit dem Dermatologen)
    Info: Ivermectin wirkt antientzündlich und antiparasitär. Letztere Wirkungsweise ist deshalb relevant, weil die Demodexmilbe vor allem bei Rosacea-Patienten mit Pusteln, mit am Krankheitsgeschehen beteiligt sein könnte.
    Eine Verbesserung der Pusteln wurde in Studien bereits ab der zweiten Woche beobachtet und stieg im Behandlungsverlauf weiter an. Laut Hersteller sorgt Ivermectin bei 40-80% der Patienten für eine Erscheinungsfreiheit, bzw. eine annähernde Erscheinungsfreiheit des Symptome.
    Nebenwirkungen können ein brennendes Hautgefühl, Juckreiz und Hauttrockenheit sein.
    Der Wirkstoff von Soolantra scheint Metronidazol übrigens deutlich überlegen zu sein. So war der Zeitraum, bis sich nach Absetzen eine Ivermectin-Creme im Vergleich zu einem Metronidazol-Produkt wieder Symptome zeigten, in einer Studie deutlich länger (115 Tage vs. 85 Tage). Quelle
    Bilder von der Wirkung der Creme an Rosacea-Patienten kannst du hier sehen.
    Ebenfalls gegen Demodex wirkt Permethrin.
  • Topisch: Mirvaso mit 0,5% des Wirkstoffes Brimonidintartrat als Gel.
    Wird verschrieben bei: Anhaltende Gesichtsrötungen
    Anwendung: 1x täglich
    Wirkeintritt: Ab ca. 30 Minuten
    Wie lang kann es angewendet werden: Bis zu 12 Monate. (Absprache mit dem Dermatologen)
    Info: Es ist zur symptomatischen Behandlung der Gesichtsrötung bei Rosazea zugelassen und sorgt dafür, dass sich die kleinen Blutgefäße in der Haut verengen. Auch eine mögliche antientzündliche Wirkung wird in gerigerem Maße vermutet. Quelle Dadurch nimmt die Rötung bei etwa jedem vierten Behandelten deutlich ab. Gegen andere Symptome wie Pusteln wirkt es nicht direkt. Die Wirkung setzt nach ca. einer halben Stunde ein, erreicht ihren Höhepunkt nach drei bis sechs Stunden und nimmt danach wieder ab. Es gibt laut Studien keinen Gewöhnungseffekt. Bei etwa jedem sechsten Behandelten können sich die Hautbeschwerden während der Behandlung auch verschlimmern. So kann es meist innerhalb der ersten zwei Behandlungswochen zu Hautrötungen, Juckreiz, Flushs sowie einem Brennen der Haut kommen. Dazu gehören auch Rebound-Effekte (also das Auftreten von Rötungen), die sich 8 bis 12 Stunden nach dem Auftragen des Gels zeigen. Es wird deshalb empfohlen, die Therapie mit einer geringen Gel-Menge zu starten, die dann in Absprache mit dem Dermatologen angepasst wird. Die Maximal-Tagesdosis beträgt 1 g, was fünf erbsengrossen Gel-Portionen entspricht. Die Verschlechterungen der Symptome bilden sich in der Regel innerhalb weniger Tage nach Beenden der Behandlung zurück. In wenigen Fällen können sie jedoch auch länger anhalten. Der Hautarzt kann dann gegebenenfalls nicht-steroidale Entzündungshemmer oder Anti-Histaminika verschreiben, um den Ausgangszustand wieder herzustellen.
    Ob Brimonidin die grundlegende Gerichtsröte langfristig positiv verändern oder sogar das Fortschreiten zu einer Rosacea mit Pusteln verhindern kann, ist noch zu klären.
    Bilder von der Wirkungs des Gels an einer Rosacea-Patientin findest du hier.
  • Topisch (Off-label): Differin mit 0,1% des Wirkstoffes Adapalen (Form der Vitamin A Säure)
    Wird verschrieben bei: Rosacea mit (Rötungen und) Pusteln
    Anwendung: 1x täglich
    Wirkeintritt: 4 - 8 Wochen
    Wie lang kann es angewendet werden: 12 Wochen (Absprache mit dem Dermatologen)
    Info: Adapalen, eine Form der Vitamin A Säure (sog. Retinoid), ist eigentlich als Mittel bei Akne zugelassen, wird aber aufgrund seiner Wirkung gegenüber Rosacea-Symptomen auch bei dieser Krankheit "off-label", also als alternativer Therapieansatz, verschrieben.
    Adapalen wirkt entzündungshemmend und keratolytisch (also gegen Verhornungen). Der Wirkeintritt setzt im Allgemeinen oft erst zwei oder mehr Monaten ein.
    Verglichen mit Metronidazol wurde für Adapalen 0,1 % eine höhere Wirksamkeit in der Behandlung entzündlicher Pusteln festgestellt. In Bezug auf die rosaceatypische Gesichtsröte und erweiterte einzelne Äderchen war kein signifikanter Unterschied zu erkennen.
    Interessant: Eine weitere Form der Vitamin A Säure, Retinaldehyd, die in Form der entsprechenden Pflegeprdukte frei verkäulich ist, sorgte in einer Studie bei einer Anwendung einmal täglich über einen Zeitraum von einem halben Jahr bei 23 Frauen mit leichter Rosazea nach fünf Monaten für eine Besserung der Gesichtsrötung bei rund 75%. Einzelne Äderchen sprachen weniger gut auf die Behandlung an.
  • Topisch (Off-label): Calcineurininhibitoren in Form der Tacrolimus 0,1% Salbe und Pimecrolimus 1% Creme
    Wird verschrieben bei: Rosacea mit Rötungen und Pusteln
    Anwendung: 2x täglich
    Wirkeintritt: Innerhalb ein paar Wochen.
    Wie lang kann es angewendet werden: Bis die Beschwerden abgeheilt sind, aber max. 6 Wochen (Absprache mit dem Dermatologen).
    Info: Aufgrund ihrer entzündungshemmenden Eigenschaften wurden Calcineurininhibitoren, die vor allem bei Neurodermatis Anwendung finden, in Form von Cremes auf die Möglichkeit einer Anwendung bei Rosacea mit Pusteln geprüft. Ergebnisse zeigten eine deutliche Verbesserung der Rosacea-Symptome. Im Vergleich zu Metronidazol zeigte eine Studie ein vergleichbares Ansprechen der Symptome wie auf auf eine Pimecrolimus 1% Creme. Deshalb werden Calcineurininhibitoren teilweise off-label bei Rosacea verschrieben. Vor allem finden sie Anwendung, wenn eine Rosacea vorliegt, die durch eine Anwendung von Kortison hervorgerufen wurde.
    Ich stehe dieser Art von Cremes eher skeptisch gegenüber: So gab es Fälle, bei denen Cremes mit Calcineurininhibitoren rosaceaähnliche Symptome hervorriefen. Quelle Diskutiert wird, ob daran die das Immunsystem der Haut unterdrückende Wirkung von Ivermectin Schuld ist, die eine Überbesiedlung der Haut mit Demodexmilben begünstigen könnte. Quelle
  • Topisch (Off-label): Benzaknen/BPO Cordes mit 3 - 5% des Wirkstoffes Benzoylperoxid
    Wird angewendet bei (frei verkäuflich): Rosacea mit Pusteln
    Anwendung: 1x täglich, short-contact Therapie über ca. 2-3 Minuten ist ausreichend.
    Wirkeintritt: ab 5 Tagen
    Wie lang kann es angewendet werden: ---
    Info: Zur Anwendung von Benzoylperoxid, das bei Akne-Pusteln empfohlen wird und freiverkäuflich ist, liegen für die Rosacea mit Pusteln nur wenige eindeutige Studien vor. Wer das Gel trotzdem einmal versuchen möchte und vielleicht auch unter einer Mischform von Rosacea und Akne (Mitesser und Pusteln) leidet, kann sich das entsprechende Produkt in der Apotheke besorgen. Die individuelle Empfindlichkeit gegenüber Benzoylperoxid muss ausgetestet werden.
    Das Gel kann zum Beispiel morgens auf die ungewaschene Haut aufgetragen werden, 2-3 Minuten einwirken lassen (short-contact-Therapie) und dann mit der morgendlichen Gesichtsreinigung wieder abgenommen werden. Achtung: Der Stoff wirkt bleichend auf Textilien.

Übrigens: Eher seltener kommen die antibiotischen Wirkstoffe Clyndamycin und Erythromycin zur Anwendung (letzteres oft in Kombination mit Metronidazol). Von einer Anwendung auf der Haut wird jedoch wegen der Möglichkeit einer Resistenzentwicklungen und Sensibilisierung abgeraten. Quelle

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Da die Rosacea chronisch ist, kann sie nach Absetzen der Behandlung wieder auftreten. Daher ist eine langfristige Erhaltungstherapie erforderlich, um die Verbesserung des Hautbildes auf lange Sicht aufrechtzuerhalten. Hier sind insbesondere die Wirkstoffe Ivermectin (Soolantra), Metronidazol und Azelainsäure (Skinoren) zu nennen. 

💊 Medikamente bei Rosacea 💊

Im Folgenden erfährst du mehr über die Möglichkeiten der sogenannten systemischen (medikamentösen) Behandlung der Rosacea. Alle erwähnten Produkte sind verschreibungspflichtig. Du erhältst sie bei deinem Dermatologen.

  • Tetrazykline
    Die zu den Antibiotika zählenden Tetrazykline waren die ersten Wirkstoffe, die in der medikamentösen Rosacea-Behandlung Anwendung fanden.
    Ihre Einnahme kann jedoch mit Nebenwirkungen wie Photosensibilität und Candida-Vulvovaginits einhergehenn. Auch gastrointestinale Beschwerden können auftreten.
    Während entzündliche Pusteln gut auf sie ansprechen, ist keine Wirkung auf Gesichtsrötungen zu erwarten.
    Die Wirkung der Tetrazykline beruht auf nicht-antibiotischen, sondern antientzündlicher Wirkmechanismen.
    Tetrazykline der zweiten Generation (Minocyclin, Doxycyclin) bieten im Vergleich zu den Tetrazyklinen der ersten Generation den Vorteil der besseren Aufnahme des Wirkstoffs sowie eine längere Halbwertszeit im Körper. Das erlaubt niedrigere Dosierungen und reduziert das Auftreten gastrointestinaler Beschwerden.
    Beispiel Doxycyclin: Besonders häufig wird Doxycyclin 40 mg mit veränderter Wirkstofffreisetzung (30 mg Doxycyclin werden sofort und 10 mg Doxycyclin verzögert freigesetzt) zur Behandlung von Rosacea-Patienten eingesetzt.
    Die Wirksamkeit und Sicherheit wird als hoch eingestuft. Quelle
    Das Präparat wird einmal täglich eingenommen und entfaltet keine antibiotische Wirkung - auch bei der Anwendung über mehrere Monate.
    Belegt ist die signifikant stärkere Reduktion der Gesamtanzahl entzündlicher Papeln, Pusteln und Knötchen gegenüber eines Placebo-Präparates.
    Doxycyclin verfügt neben seiner antientzündlichen Wirkung auch über eine antioxidative - dies sorgt dafür, dass bei Rosacea-Patienten die Konzentration reaktiver Sauerstoffradikale, die Bindegewebsschädigungen verursachen und die durch Stickoxid vermittelte Erweiterung der Blutgefäße, reduziert wird.
    zudem reduziert Doxycyclin die Freisetzung des antimikrobiellen Peptids Cathelicidin - es spielt eine bedeutende Rolle im Krankheitsgeschehen der Rosacea.
    Doxycyclin kann solo, aber auch in Kombination mit einer Behandlung mit Cremes eingesetzt werden.
    Das Medikament darf nicht bei lebererkrankten Personen und Schwangeren eingesetzt werden.
    Die Behandlung erfolgt in der Regel über vier Monate, nach vier Wochen Pause kann ein neuer Behandlungszyklus begonnen werden.
  • Makrolide
    Makrolide wie beispielsweise Erythromycin, Clarithromycin oder Azithromycin sind Schmalspektrum-Antibiotika. Sie bieten sich als alternative Behandlungsoption bei denjenigen Patienten mit Rosacea und Pusteln an, die Tetrazykline nicht vertragen oder diese wegen einer Schwangerschaft nicht einnehmen können.
    Sie wirken auf das Immunsystem ein und haben eine antientzündliche Wirkung.
    Da unter Erythromycin häufiger gastrointestinaler Nebenwirkungen auftreten und Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln bestehen, wird dieser Wirkstoff nicht häufig eingesetzt.
    Makrolide der sogenannten zweiten Generation wie Clarithromycin und Azithromycin punkten mit einem schnelleren Wirkungseintritt, einer längeren Wirkungsdauer und einem verminderten Risiko gastrointestinaler Nebenwirkungen.
    Azithromycin zeigt bei bei Rosacea-Patienten mit Pusteln zudem antioxidative Eigenschaften.
    Clarithromycin hat sich als wirksam in Bezug auf die Reduktion von Gesichtsrötungen und Pusteln erwiesen und wirkte schneller als Doxycyclin. Im Vergleich zu Doxycyclin wurde in Studien eine deutlich einheitlichere Besserung erreicht. Der Wirkstoff besitzt im Vergleich zu anderen Makroliden einige Vorteile, wie beispielsweise eine längere Halbwertszeit, so dass das Medikament nur dreimal wöchentlich (jeweils 500 mg) eingenommen werden muss.
    Weitere Studien, die den Stellenwert der Makrolide der zweiten Generation bestätigen, werden jedoch noch benötigt. Hier ist vor allem die Möglichkeit einer Antibiotika-Resistenz zu untersuchen.
  • Isotretinoin, Off-label
    Das auch in der Aknetherapie erfolgreich zum Einsatz kommende Vitamin-A-Säure-Derivat Isotretinoin wird im Off-Label-Use bei therapieresistenter Rosacea sowie schweren Verläufen des zweiten Stadiums (Pusteln) und der phymatösen Rosacea (Bindegewebswucherung, "Knollennase") eingesetzt.
    Isotretinoin wird dann meist niedrig dosiert ("low dose") mit 0,3 mg/kg (10 mg/Tag bis 20 mg/Tag) Körpergewicht über sechs Monate gegeben. Es wirkt antientzündlich und kann so einen deutlichen Rückgang von Pusteln bewirken, sowie gegen Verhornungen, Talgdrüsen- und Bindegewebswucherungen. Vor allem aufgrund letzterer Wirkung kann die Größe der so genannten Knollennase unter Isotretinoin reduziert werden. Auch die Gesichtsrötung und erweiterte Äderchen können unter Isotretinoin zurückgehen. Allerdings besteht eine recht hohe Gefahr, dass die Symptome nach Absetzen des Medikaments wieder auftreten.
    Frauen im gebärfähigen Alter müssen regelmäßig einen negativen Schwangerschaftstest nachweisen, da Isotretinoin Eerbgutschädigend ist. . Eine regelmäßige Kontrolle der Blutfettwerte sowie Nieren- und Leberwerte beim Arzt ist unabdingbar (meist alle 4-6 Wochen).
    Als Nebenwirkung können Haut und Schleimhäute austrocknen. Immer wieder steht Isotretinoin (bei entsprechener Veranlagung) im Verdacht, Depressionen zu fördern.
  • Betablocker Carvedilol, Off-label
    Im Rosacea-Stadium I mit Gesichtsrötungen und erweiterten Äderchen wird bei starker Flush-Symptomatik im Off-Label-Use oft auf den Betablocker Carbedilol zurück gegriffen, der regulär zur Therapie von Bluthochdruck, Angina pectoris und Herzinsuffizienz eingesetzt wird und die Gefäße zusammen ziehend wirkt. Das Medikament wird einschleichend dosiert. Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Hypotonie, Bradykardie, Mundtrockenheit und gastrointestinale Störungen sind möglich. Der Blutdruck und die Herzfrequenz müssen überwacht werden.
    Typische Symptome bei Rosazea sind „Flushing“-Episoden im Gesicht bzw. ein transientes oder persistierendes zentrofaziales Erythem, das von einem lokalen Ödem, Brennen oder Stechen begleitet sein kann 42. Trotz des verfügbaren breiten Spektrums an Rosazea-Therapieoptionen ist häufig die ausgeprägte „Flush“-Symptomatik im Gesicht schwierig mit den Standardmedikationen zu behandeln.
    In einer Studie mit niedrig dosiertem Carvedilol (6,25 mg zweimal täglich in der ersten Woche, gefolgt von dreimal täglich während der weiteren Behandlung) wurde eine deutliche Besserung der Gesichtsrötung innerhalb von zwei Wochen beobachtet, die Wangentemperatur ging um 6,9 Grad zurück.
  • Kortison
    Zur Behandlung der Rosacea fulminans mit stark ausgeprägter Entzündungsproblematik werden Kortison-Tabletten (Prednisolon 20 bis 40 mg) eingesetzt. Wenn die Entzündung sich beruhigt hat, kann mit Isotretinoin über vier bis sechs Monate im Off-Label-Use weiter behandelt werden.
    Andernfalls ist von einer Behandlung mit Kortison abzuraten, da es kontraproduktiv wirken kann.

⚔️ Kombinationstherapie ⚔️

Eine Kombinationsbehandlung bietet sich für allem bei Patienten mit einer mittelschweren bis schweren (oder auch hartnäckigen leichten) Rosacea mit Pusteln an.

Hier wird das als Medikament eingenommene Doxycyclin (z.B. Oraycea) mit einer Creme mit Metronidazol oder Azelainsäure kombiniert. Die Wirkung tritt hier schneller ein und verstärkt den therapeutischen Effekt bei einer Rosacea im zweiten Stadium (mit Pusteln). Quelle

Auch Ivermectin zeigt sich in der Kombination vielversprechend und konnte in einer Studie sogar Symptome an den Augen verbessern.  Quelle

👁 Behandlung von Augen-Problemen 👁

Die so genannte okuläre Rosacea (oder Ophthalmorosacea) zeigt sich durch Symptome wie einem trockenen Auge, Sehstörungen (z.B. verschwommenes Sehen, Lichtscheu), wiederkehrende Schwellungen, Rötungen des Auges, Gerstenkörner sowie Bindehaut- oder Lidrandentzündungen.
Bei Kindern kann zusätzlich eine Hornhautbeteiligung auftreten. Die Symptome können sich begleitend zu Rötungen und/oder Pusteln im Gesicht zeigen oder alleine auftreten. Fest steht: Sie müssen unbedingt behandelt werden!

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Wenn du also unter einer Rosacea mit Augenbeteiligung leidest oder dies vermutest, lass das baldmöglichst von einem Dermatologen und Augenarzt abklären.

Während leichte Formen der Rosacea mit Augenbeteiligung durch eine regelmäßige Lidhygiene und beispielsweise Azithromycin-haltige Augentropfen behandelt werden können, braucht es für Betroffene, die dauerhaft und ausgeprägter unter Symptomen leiden, oft eine Therapie mit Medikamenten. Hier kommen vor allem Tetracycline zum Einsatz. Quelle

Hilfreich kann es auch sein, mögliche Allergien, die das Auge zusätzlich belasten abzuklären und mit zu behandeln.

Als Therapiemöglichkeiten ergeben sich also folgende Optionen:

  • Eine regelmäßige Lidrandhygiene, wie sie hier beschrieben ist.
  • Lipidhaltige, konservierungsstofffreie Tränenersatzmittel (Augengel etc.). Vom Hautarzt/Apotheker beraten lassen.
  • Augentropfen mit Wirkstoffen wie Cyclosporin
  • Eincremen der Augenlider mit einer Pimecrolimus-haltigen Hautcreme
  • Doxycylin-Tabletten. Studien zeigten die Wirksamkeit von Doxycyclin in antimikrobiellen Dosierungen (100 mg/Tag) in der Behandlung der okulären Rosacea. Auch niedrig dosiertes, antientzündliches Doxycyclin (40 mg), das mindestens sechs Monate eingenommen wurde, ist eine vielversprechende Langzeitbehandlung.
    Quelle

🙌 Weitere Behandlungsmöglichkeiten 🙌

Was gibt es sonst noch für Behandlungsmöglichkeiten bei Symptomen der Rosacea?

  • Dauerhaft erweiterte Äderchen oder auch großflächigere Rötungen sind ein Fall für Laser und IPL. Lies dir meinen Blogbeitrag (LINK) durch, um zu wissen, welche Möglichkeiten sich hier bieten.
  • Bei Gewebe- und Talgdrüsenwucherungen ("Knollennase") bietet sich die dermatologische Abtragung des gewucherten Gewebes an. Hier gibt es operative Verfahren wie die Kryochirurgie (lokale Anwendung mit starker Kälte), Dermashaving (Abtragung mittels Skalpell), elektrochirurgische oder Laser-Abtragung. Während sich die Kryochirurgie eher bei oberflächigen Hautveränderungen anbietet, gibt es beim Dermashaving den Nachteil, dass es zu starken Blutungen kommen kann. Die elektrochirurgische Abtragung kann ein Absterben des Gewebes aufgrund der Hitze zur Folge haben.Die Therapie sollte möglichst frühzeitig erfolgen.
  • Lymphdrainagen sind immer wieder mal im Gespräch, wenn es um deren mögliche entstauende Wirkung des Gewebes und die Linderung von Schwellungen geht. In Bezug auf die Rosacea wird die Methode des dänischen Arztes Paul Sobye empfohlen, der bestimmte Massagemethoden, die Verdickungen des Bindegewebes und Schwellungen lindern und das Hautbild verbessern können. Wenn die Haut nicht entzündet ist, kann man dies durchaus selbst ausprobieren. Die Haut kann nach der Massage gerötet sein. Eine Lymphdrainage beim Experten sollte nur erfolgen, wenn dieser sich mit der Problematik von Rosacea auskennt.
  • Die Kleresca® Rosacea Behandlung basiert auf dem Zusammenspiel von einem speziell entwickeltem Gel und der Kleresca®-Lampe. Chromophoren (Verantwortlich für die orangene Farbe des Gels) im Gel wandeln das blaue Licht der Lampe in Fluoreszenzlicht-Energie (FLE) um. Es dringt in die Haut ein und soll laut Hersteller heilend wirken. So sollen Rötungen und Pusteln bekämpft werden. Auf der Seite des Herstellers und in dieser (nicht unabhängigen) Studie gibt es Vorher-Nachher-Bilder.
  • Auch gibt es vereinzelt Berichte über eine erfolgreiche Behandlung der Rosacea mit Botox, die - auf richtige Weise durchgeführt - in der Haut antientzündlich und die Histaminausschüttung der Mastzellen regulierend wirken könnte. Manche Arztpraxen bieten dies bereits an.