Ich stelle vor: Tatjana von rosacea-blog.de
Rosacea

Ich stelle vor: Tatjana von rosacea-blog.de

5 Minuten Lesezeit

Ich selbst schaue mich immer gern im Internet nach den Erfahrungen anderer Rosacea-Betroffener um und schaue, wie sie sich so pflegen und mit ihrer Rosacea umgehen.
Vor einiger Zeit bin ich auf den Blog von Tati (bzw. Tatjana) gestoßen, die dort beschreibt, wie sie mit ihrer Krankheit umgeht und welche Produkte sie empfehlen kann. Auch mein Buch „Rosacea – Das hilft wirklich“ hat Tati bereits gelesen und vorgestellt.

Ich hatte daraufhin Kontakt aufgenommen und gefragt, ob sie Lust darauf hätte, auf meinem Blog hier ein bisschen was über sich zu erzählen. Und das hatte sie 🙂

Ich freue mich, wenn wir Betroffenen uns gegenseitig unterstützen und nicht diese nervige Konkurrenzschiene fahren. Deshalb: Schön liebe Tati, dass du uns jetzt so ausführlich von dir erzählen wirst.

🙌 Tati vom Rosacea-Blog erzählt 🙌

Tati, wie war dein Weg zur Diagnose?

Meine eigene Rosacea-Geschichte fing schon im Teenageralter an. Damals hatte ich schuppige Stellen im Gesicht, die gejuckt und gebrannt haben. Wie viele andere Betroffene wusste ich zu dem Zeitpunkt überhaupt nichts von der Krankheit Rosacea. Mein Arzt auch nicht. Er behandelte mich mit einer Kortisonsalbe, die zunächst aber tatsächlich geholfen hatte.
Die richtige Diagnose kam einige Jahre später. Meine Rosacea war bereits fortgeschritten und äußerte sich durch dauerhafte Rötungen und schuppige Haut, die ich mit keiner Gesichtscreme unter Kontrolle bringen konnte. Zudem hatte ich sehr häufig so ein Hitzegefühl auf der Haut.

Mein damaliger Dermatologe überraschte mich mit der Diagnose Rosacea. Ich bekam die Metrosalbe verschrieben, die ich dann eine Weile verwendet habe. So richtig zufrieden mit meinem Hautzustand war ich aber nicht. Irgendwann vor circa vier Jahren kam es dann zum erneuten Schub mit geschwollenem, juckendem Gesicht, das wie ein Streuselkuchen aussah. Metronidazol half nicht mehr und ich bekam eine Salbe mit Erythromycin.

In meiner Verzweiflung brachte ich damals alle meine Pflegeprodukte zum neuen Arzt und bat ihn sich diese anzuschauen. Das Ergebnis war, alle meine Produkte wanderten in die Tonne. Ab diesem Moment fing ich an, mich mit der Krankheit intensiver auseinander zu setzen.

Hast du deine Rosacea im Griff?

Ja. Aktuell bin ich sehr zufrieden mit meiner Haut. Ich bin alles andere als erscheinungsfrei, aber ich habe seit über zwei Jahren keine Schübe und das obwohl ich keine medizinischen Salben mehr verwende. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass ich meine Trigger kenne und sie meide. Das sind vor allem Stress, Sonne und falsche Pflege bzw. Kosmetikartikel.

So verwende ich z.B. immer Foundations mit Sonnenschutzfaktor und achte darauf, dass meine Tagespflege nicht zu fettig ist. Dem Stress kann natürlich auch ich nicht vollkommen entfliehen, ich habe allerdings meinen Umgang mit stressigen Situationen verändert. Ich achte bewusster darauf wie ich reagiere und versuche den Stress nicht so nah an mich zu lassen. Diese bewusste Distanz hilft definitiv, Flushs zu vermeiden.

Wie sieht deine aktuelle Pflegeroutine aus?

Meine Pflegeroutine sieht heute so aus, dass ich morgens und abends das Gesicht zunächst gründlich reinige. Das ist ein absolutes Muss!

Dafür verwende ich ausschließlich Mizellenwasser (aktuell das Hydro Boost von Neutrogena). Ich bin so dankbar für diese „Erfindung“ der Kosmetikindustrie, denn selbst die mildesten Waschgele funktionieren bei mir nicht. Die Kritiker werden sagen, Mizellenwasser sind aggressive Waschtenside, welche die Haut kaputt machen. Ich sage, das ist das einzige Reinigungsprodukt, das meine Haut richtig sauber macht ohne sie auszutrocknen.
Als Tagespflege verwende ich zurzeit ebenfalls ein Produkt von Neutrogena und zwar das Feuchtigkeitsfluid mit LSF 25. Das wird ebenfalls morgens und abends auf die gereinigte Haut aufgetragen. Ab und zu benutze ich Hyaluron Ampullen, wenn ich das Gefühl habe, dass meine Haut etwas mehr Feuchtigkeit vertragen könnte.

Und wenn ich doch zu viele Sonne abbekommen habe oder die Rötungen aus irgendeinem anderen Grund stärker sind, benutze ich meine Geheimwaffe. Na ja, eigentlich ist sie mittlerweile gar nicht so geheim. Das ist das Rosaliac AR Intense Serum von La Roche-Posay. Das hilft wirklich sofort und ist deshalb immer in meinem Schminkkoffer.

Medikamente oder keine Medikamente?

Wie ich schon erwähnt habe, habe ich mit meiner Pflegeroutine seit Jahren keinen Schub. Ich möchte allerdings deutlich betonen, dass meine Haut die Therapie mit antibiotischen Salben absolut gebraucht hatte. Ich rate jedem, der die Diagnose bekommt, nicht auf die vom Hautarzt verschriebene Salbe zu verzichten! Die Haut ist krank und muss erstmal in einen Gleichgewicht gebracht werden. Erst dann nach und nach könnte man ausprobieren, ob man allein mit der richtigen Pflege zurechtkommt.

Zudem ist es essentiell seine Trigger rauszufinden und sich auch in anderen Lebensbereichen an die Krankheit anzupassen. Deine „3-Raum-Methode“ finde ich deshalb sehr anschaulich und hilfreich. Es bringt halt nichts, sich mit Salben einzuschmieren, wenn man gleichzeitig z.B. jeden Tag Döner mit scharfer Sauce isst, obwohl man auf Scharfes reagiert. Jeder soll sich selbst beobachten, seine Auslöser feststellen und sie dann so gut es geht aus seinem Alltag verbannen.

Warum hast du rosacea-blog.de gegründet?

Meinen Blog rosacea-blog.de habe ich aus einem ganz einfachen Grund gestartet: Ich wollte den anderen Betroffen helfen. Ich hatte wie viele andere keine so guten Erfahrungen mit den Ärzten. Auch wenn letztendlich die richtige Diagnose gestellt wurde, bekam ich so gut wie keine Informationen dazu, was Rosacea überhaupt ist, was die Symptome auslöst oder wie ich die Haut pflegen soll.

Diese Infos bekommt man auch heute noch eher selten von den behandelnden Ärzten. In meine Facebookgruppe z.B. kommen oft „frische“ Rosis, die total überfordert mit der Diagnose sind und gar nicht wissen, was sie jetzt tun sollen. Im besten Fall haben sie sich schon etwas im Web umgeschaut und ein paar grundlegende Infos gefunden. Oft ist doch eher so, dass sie nur die schrecklichen Bilder z.B. von einem Rhinophym gesehen haben und befürchten, dass Rosacea sich auch bei Ihnen so entwickeln wird.

Die Betroffenen brauchen meiner Meinung nach etwas mehr darüber was Diagnose Rosacea bedeutet und wie sie mit der Erkrankung im Alltag zurechtkommen können. Deshalb findet man auf meinem Blog nicht nur allgemeine Infos, sondern auch Tipps zur Pflege, Ernährung etc. Ich teile meine persönliche Erfahrungen mit anderen Rosis, um sie vor Fehlern, die ich am Anfang gemacht hatte zu bewahren.

Ich versuche ihnen eine Art Orientierung und Halt zu geben, um nicht an den Symptome zu verzweifeln. Und ich bekomme regelmäßig gutes Feedback. Meine Leser schreiben mir, dass der Blog Ihnen auf die eine oder andere Weise geholfen hat. Das zeigt mir, die Entscheidung meine eigene Rosacea-Geschichte zu veröffentlichen und den Blog zu gründen war richtig.


Alles Liebe, Deine Franziska

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