Peelings und Rosacea - geht das?
Rosacea | Gesichtspflege

Peelings und Rosacea - geht das?

8 Minuten Lesezeit • aktualisiert:

Wer seine Rosacea verbessern möchte, muss sich früher oder später mit dem Thema Hautpflege auseinandersetzen. Dies ist nach meiner Methode eine der drei „Räume“ (das Bad), an denen man etwas verändern sollte, um eine nachhaltige Beruhigung der Haut zu bewirken.

Befasst man sich nun also mit dem Thema Hautpflege und findet womöglich noch Spaß daran, so wie ich :-), dann stößt man auch irgendwann auf das Thema Peelings und fragt sich: Rosacea und Peelings – geht das? Das ist eine gute Frage, die ich euch in diesem Blogpost aus meiner Erfahrung heraus beantworten möchte.

🤔 Was bewirken Peelings bei Rosacea? 🤔

Peelings sind vor allem für all jene interessant, die sich einen gesunden Hautglanz, einen Glow, wünschen sowie für alle, die an einer grobporigeren Haut sowie Unreinheiten (meist eine Mischform mit Akne und Rosacea) leiden und sich erhoffen, diese Hautprobleme damit in den Griff zu bekommen.

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Grundsätzlich ist es so: Peelings sind meiner Meinung nach kein Must-Have, bzw. nicht das erste und auch nicht das zweite oder dritte Mittel der Wahl, die Rosacea an sich in den Griff zu bekommen. 

Kurz gesagt kann man also das zugrunde liegende Hautbild verbessern, aber nicht unbedingt die Rosacea. Dazu weiter unten mehr...

Am Beispiel von mir: Ich habe eine Haut, die eher zu Unreinheiten (auch Mitessern) neigt und dehydriert ist. Durch den Mangel an Feuchtigkeit verhornt meine Hautoberfläche eher und kleine Unreinheiten können sich bilden. Deshalb ist es bei mir eher angebracht, ein für die Rosacea geeignetes Peeling zu verwenden, das dieses Hautproblem angeht. An meiner Rosacea ändert das zwar nichts direkt, aber es sorgt für ein schöneres Hautbild, was das Gesamterscheinungsbild positiv beeinflusst und somit indirekt auch die Rosacea milder wirken lässt.

Hier kannst du dich über meine Hautpflegeroutine informieren.

🔎 Welche Peeling-Arten gibt es? 🔎

Ohne zu sehr ins Details gehen zu wollen, möchte ich euch kurz die verschiedenen Peeling-Arten beschreiben.

Mechanische Peelings

Zunächst einmal sind da die Old-School-Peelings: die so genannten mechanischen Peelings, die ich noch aus meiner Jugendzeit kenne. Sie beinhalten kleine Körnchen aus verschiedensten Materialien (Mikroplastik, Aprikosenkerne,…), die die oberste Hautschicht von Verhornungen befreien sollen. Das Problem: die Körnchen in dieser Art von Peeling ist in vielen (nicht allen Produkten) viel zu ungleichmäßig und grob für die Rosacea – und auch für normale Hauttypen. Im schlimmsten Fall können hier Mikroverletzungen entstehen und sich dadurch Entzündungen bildet. Der Haut gut tut das jedenfalls nicht.

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Es gibt mechanische Peelings, wie das Produkt „Unscrub“ von Paulas Choice (welches ich noch nicht getestet habe), das laut Herstelleraussage „sanfte, lösliche Jojoba-Kügelchen“ enthält, die „eine gründliche und zugleich sanfte Reinigung der Haut“ garantieren. Weiter heißt es hier: „The UnScrub entfernt Schmutz und Unreinheiten und sorgt für saubere, geschmeidige und gesunde Haut.“

Ihr seht: Vor allem mechanische Peelings spielen mit dem Gefühl, dass man seine Haut intensiv reinigen, von Schmutz befreien, sauber halten muss. Das ist auch alles schön und gut, aber gerade bei einer sehr empfindlichen Haut wie der Rosacea ist es so – und das haben mir etlichen Betroffene so bestätigt – dass selbst die sanfteste Reinigung, die es gibt (mit destilliertem Wasser, einer milden Reinigungsmilch und Wattepads) durch die mechanische Reizung (Einmassieren und Abnehmen der Reinigungsmilch) zu leichten Rötungen führen kann. Diese klingen zwar in den allermeisten Fällen schnell wieder ab, aber ihr könnt euch vorstellen, was dann erst ein Produkt mit der Rosacea-Haut anstellt, das Körnchen enthält, die auf der Hautoberfläche schrubben.

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Die Gesichtsreinigung empfinde ich übrigens als einer der wichtigsten Punkte überhaupt, wenn man die Haut beruhigen möchte. Wer hier auf keine milde Basis achtet, auf die der Rest der Pflegeroutine aufbaut, macht einen großen Fehler. Deshalb habe ich dem Thema auch einen eigenen Blogpost gewidmet.

Chemische Peelings und meine Erfahrungen

Zur nächsten Kategorie von Peelings: Chemische Peelings. Es gibt unzählige Arten davon. Zu den bekanntesten gehören u.a. die Glykolsäure und die Milchsäure (AHA), beispielsweise das zu den PHA zählende Gluconolacton sowie die Salicylsäure (BHA), die aufgrund ihrer unterschiedlichen Eigenschaften unterschiedliche Hautprobleme adressieren.

Die Verträglichkeit hängt neben der eingesetzten Säure auch von deren Konzentration und dem pH-Wert ab. Je höher letzterer ist, umso weniger reizt die Säure die Haut, umso mehr lässt aber auch die exfolierende Wirkung nach.

  • Die Glykolsäure mit ihren kleinen Molekülen zum Beispiel dringt schneller in die Haut ein und kann deshalb bei Rosacea eher zu Reizungen führen.
  • Die Milchsäure (Lactic Acid) wird von den allermeisten Betroffenen nicht gut vertragen.
  • Die Mandelsäure, eine AHA-Säure mit größeren Molekülen, durchdringt die Haut im Vergleich eher langsamer und soll deshalb für Menschen mit empfindlicher Haut besonders geeignet sein. Sie soll zudem entzündungshemmende Eigenschaften besitzen und wird teilweise als DIE Säure für Rosacea-Patienten beworben.
    Ich selbst habe Mandelsäure bereits in einem Kosmetikinstitut getestet (30%ig, von Neostrata) und habe es gut vertragen. Meine Kosmetikerin hat es allerdings auch nicht so lange einwirken lassen, wie bei anderen Patient/Innen. Für den Heimgebrauch gibt es natürlich sehr viel niedriger dosierte Konzentrationen.
  • Die Salicylsäure hingegen richtet sich an Menschen mit eher unreiner Haut, da sie Unreinheiten im Inneren der Talgdrüse bekämpfen soll. Ich vertrage sie überhaupt nicht.
  • PHA steht für Polyhydroxy Acid. Zu ihnen zählen u.a. Gluconolacton und Lactobionic Acid. Sie ähneln den AHAs, sind aber aufgrund ihrer größeren Moleküle sanfter.
    Diese zu den PHA zählenden Säuren sind meine Lieblings-Säuren. Ich vertrage sie sehr gut. Gluconolacton werden antioxidative, barrierestärkende, gegen Unreinheiten wirkende und feuchtigkeitsspendende Eigenschaften nachgesagt.
    Dieses PHA-Produkt, ein Tonic für den täglichen Gebrauch, ist gut verträglich. Trotzdem langsam rantasten. Lasst euch nicht vom Preis abschrecken - es hält super-lange! Am besten aber nicht mit einer täglichen Verwendung beginnen, sondern mit 1-2x/Woche starten.

Enzympeelings

Enzympeelings basieren auf – wie der Name vermuten lässt – Enzymen, wie zum Beispiel aus der Ananas (Bromelain) oder Papaya (Papain). Sie enthalten keine Schleifkörper (wie mechanische Peelings) oder Säuren.
Andere Beispiele sind Subtilisin (es gehört, wie auch Papain und Bromelain zu den Proteasen, also eiweißspaltenden Stoffen - unsere Haut besteht u.a. aus Protein/Eiweiß) sowie fettspaltende Enzyme, so genannte Lipasen.

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Bei Enzymen handelt es sich um Moleküle, die - im Falle des Enzympeelings - grob gesagt dazu beitragen, abgestorbene Hautschüppchen zu lösen. Diese Art des Peelings wirkt nicht in der Tiefe, sondern rein oberflächlich.

Zwei Produkte, für alle, die es doch einmal probieren wollen, sind das Enzym Peeling Powder aus der Cleansing Serie von Marbert oder das oben abgebildete Enzympeeling von Catrice - wobei ich letzteres favorisiere.
So wendest du es an: Eine sehr kleine Menge  in die Hand geben, mit destilliertem Wasser aufschäumen und aufs mit destilliertem Gesicht massieren. Dann sanft für 2 Minuten immer wieder mal mit destilliertem Wasser im Gesicht aufschäumen. Anschließend alles gründlich mit destilliertem Wasser und Wattepads abnehmen.

Die Inhaltsstoffe vom Catrice-Produkt: ORYZA SATIVA (RICE) STARCH, SODIUM COCOYL ISETHIONATE, SODIUM BICARBONATE, KAOLIN, ILLITE, TALC, GLUCOSE, MAGNESIUM STEARATE, ALLANTOIN, SILICA, CELLULOSE GUM, MICROCRYSTALLINE CELLULOSE, PAPAIN, AQUA (WATER), BROMELAIN

Peeling mit Mikrofasertüchern

Mikrofasertücher gibt es inzwischen ein paar auf dem Markt. Sie werben damit, dass man auch ohne Reinigungsprodukt und nur mit Wasser eine gute Reinigungsleistung erzielt. Und das nicht ohne Grund: die Mikrofasertücher sind wirklich effektiv. Meiner Meinung nach für die empfindliche Rosacea-Haut jedoch zu effektiv. Denn wenn du deine Haut mit Mikrofasertüchern reinigst, wirst du gleichzeitig in der Regel immer auch ein leichtes mechanisches Peeling durchführen. Meine Haut verträgt es nicht. Schon gar nicht täglich. Deshalb würde ich es dir auch nicht empfehlen.

Mechanische Peelings beim Kosmetiker/Dermatologen

Weitere Peelings gibt es beim Dermatologen oder dem/r Kosmetiker/in. Dabei handelt es sich um Peelings, die wirklich nur in die Hände eines Profis gehören, wie zum Beispiel das Hydrafacial (Kombination aus Hautabtragung, Tiefenausreinigung und Dermalinfusion) oder beispielsweise die Microdermabrasion. Von letzterer gibt es verschiedene Varianten (Hydrafacial, Diamantmicrodermabrasion, Microdermabrasion von Reviderm,…). Hier wird die oberste Hautschicht mithilfe von Schleifköpfen sanft abgetragen, sodass abgestorbene Hautzellen entfernt werden können und sich das Hautbild insgesamt verbessert.

Ich bin eher per Zufall auf die Diamant-Microdermabrasion gekommen und hätte mich wahrscheinlich auch nie getraut, sie zu testen, wenn es mir nicht meine Dermatologin aufgrund meines Hautbildes (Verhornungen) empfohlen hätte.
Die Stärke eines solchen Peelings kann individuell angepasst werden.

Ich würde solch ein Peeling eventuell all jenen zum vorsichtigen Testen empfehlen, die mit einer verstärkten Verhornung der Haut und Unreinheiten (nicht unbedingt von der Rosacea) zu kämpfen haben. In der Regel macht man diese Art der Peelings einmal im Monat. Leider ist diese Behandlung etwas teurer und wird nicht von den Krankenkassen bezahlt.

Falls ich euch dafür entscheidet, solch ein Peeling machen zu lassen, achtet darauf, dass es ein erfahrenes Institut eures Vertrauens ist, das hygienisch arbeitet und fangt mit einer niedrigen Einstellung an. Auch solltet ihr danach, wie eigentlich sowieso immer, einen Sonnenschutz verwenden und der Haut viel Feuchtigkeit zuführen. Außerdem: Hände aus dem Gesicht! Die Haut ist nun für ein paar Tage, bis sich die Hautbarriere regeneriert habt, sehr viel empfindlicher für Reizungen.

Hydrafacial / Jetpeel

Microderabrasion zuhause

Skinscrubber

Ist ein Gerät wie der DERMAFLASH DERMAPORE Porenextraktor & Serum-Infuser (manchmal auch Skinscrubber genannt) bei Rosacea geeignet? Das fragen sich viele und ich gebe euch hier gern Auskunft über meine Erfahrungen damit.
Das Gerät soll mit Hilfe von Ultraschall (der Spatel/Kopf des Gerätes vibriert bei der Anwendung ganz leicht und - unmerkbar - schnell) Mitesser aus der zuvor angefeuchteten Haut ziehen und Schüppchen der obersten Hautschicht abtragen. Wie ein Peeling also. Funktioniert das? Die Antwort ist nicht so leicht.
Zum einen wirkt der Skinscrubber wirklich nur an der obersten Hautschicht und kann nach meiner Erfahrung Mitesser nur bedingt dauerhaft reduzieren. Das soll nicht heißen, dass er nicht wirkt. Das Gerät ist schon in der Lage, Mitesser - wenngleich teilweise nicht komplett und auch nicht alle - ans Tageslicht zu befördern.
ABER (und das solltest du als von Rosacea-Betroffene/r beachten): Bei der Anwendung kann je nach Gerät und je länger sie andauert, Wärme erzeugt werden, was für die Rosacea nicht unbedingt so toll ist. Zudem wirkt der Skinscrubber leicht austrocknend, da er die Haut nicht nur von Mitesser, sondern eben auch von Öl und Hautschüppchen befreit. Außerdem kann die Peeling-Wirkung auch einfach too much für die Rosacea sein. Eine feuchtigkeitsspendende Pflege im Anschluss ist also Pflicht.
Ich würde das Gerät wenn dann höchstens einmal pro Woche anwenden, sonst trocknet die Haut aus, wird anfälliger für Reize und versucht, die Trockenheit mit einer erhöhten Ölproduktion zu kompensieren. Gut beobachten, ob die Haut es mag und langfristig vielleicht Rötungen auftreten. Ich persönlich wende das Gerät auch nur an Kinn und Nase an - nicht auf den Wangen. Da ist meine Haut persönlich zu empfindlich.

Beachtet also bitte unbedingt die folgenden Hinweise:

  • Nicht stark drücken – das schädigt die Haut. Der Skinscrubber soll nur ganz sanft und leicht über die Haut fahren, sonst können empfindliche Gefäße geschädigt werden.
  • Den Skinscrubber evtl. nur an bestimmten Stellen im Gesicht verwenden, zB Nase. Ich wende ihn auch nur an bestimmten Stellen an, aber nie auf den Wangen. Wenn man hier nicht aufpasst, können geplatzte Äderchen die Folge sein.
  • Die Haut muss angefeuchtet sein. Hierzu ist das Balea Aqua Spray optimal. Ruhig immer wieder zwischendurch aufsprühen. Wenn die Haut trocken ist, funktioniert es nicht und wirkt noch reizender.
  • Den Skinscrubber nach jeder Bahn reinigen (mit Kosmetiktuch sauber machen), sonst verteilt ihr den „Dreck“ im ganzen Gesicht.
  • Den Skinscrubber nach der Anwendung mit Alkohol besprühen und so desinfizieren.

Gesichtsreinigungsbürsten á la Foreo und Co.

Diese Art der Gesichtsreinigung ist tendenziell auch eher zu irritierend für die Rosacea. Ich selbst habe mir aus Interesse den Foreo Luna 3 für empfindliche Haut bestellt gehabt, musste aber nach ein paar Mal feststellen, dass meine Haut immer leichter reizbar wurde.

Die Rosacea bleibt also ihrem Motto treu: Weniger ist mehr.

👉 Fazit 👈

Ihr seht: Peelings bei Rosacea sind nicht so leicht. Am ehesten würde ich sie bei einer gleichzeitigen Neigung zu Unreinheiten/Mischform mit Akne empfehlen.

Gute Erfahrungen habe ich eigentlich nur mit PHA (Gluconolacton) und mit Mandelsäure (im Kosmetikinstitut (Produkt von Neostrata) und mit einem Enzympeeling gemacht. Die individuelle Zusammensetzung des jeweiligen Produkts spielt dabei natürlich auch eine große Rolle. Die von mir empfohlenen gehören zu den reizärmsten.

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